Ein Reisebericht von Rico

Es war einmal,

der 23.01.2016. An diesem Datum sollte ich, total spontan, einen Flug nach Hong Kong buchen. Ohne vorher großartig darüber nachzudenken. Der Preis von gerade einmal 350€ Hin und zurück war viel zu verlockend. Es ging mit Xiamen Airlines von Amsterdam nach Xiamen (China) und von dort aus weiter nach Hong Kong. Auch wenn wir nur vom 28.03.16 bis 01.04.16 unterwegs waren. Es kribbelte viel zu sehr in mir.

Passenderweise sollte kurz vor Abflug Ostern sein. Mein Bruder ist Disney gegenüber alles andere als abgeneigt, also wurde kurzerhand eine Überraschung für ihn organisiert. Mir kam nach einer Weile die Idee, ihm sein Reiseziel puzzeln zu lassen. Gesagt, getan. Foto aus dem Internet gefischt, ab zum Drogeriemarkt meines Vertrauens und ein Puzzle mit dem Eingangsportal aus dem Hong Kong Disneyland bedrucken lassen.

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Stück für Stück zum Ziel 😉

An Ostern war die Überraschung perfekt, als er langsam realisierte, was die nächsten Tage auf ihm zukommen wird.

Also ging es am 28.03.16 frühs von Köln nach Amsterdam. Der Flug ging pünktlich um 12:35 Uhr. 10,5 Stunden bis nach Xiamen sollte es dauern. Es war unser erster Langstreckenflug überhaupt, und wir hatten quasi einen 6er im Lotto. Der Flieger, eine Boeing 787-9 , war noch nicht einmal zur Hälfte gebucht. Das hieß 3 Sitzplätze für jeden Passagier der wollte. Für das allererste Mal Langstrecke wirklich eine riesige Erleichterung. Und dann nochmal eine gute Stunde von Xiamen nach Hong Kong.

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Die Flugroute…

Hong Kong, der erste Eindruck einer Weltmetropole

Total erschöpft ging es dann vom Flughafen in die Innenstadt. Genächtigt hatten wir im Best Western Harbour View. Ein Hochhaus, unser Zimmer im 23. Stock. Das war mega aufregend. Und das Zimmer… so klein, dass grade mal 2 Betten, mein Bruder und ich, und ein Koffer auf den Boden passte. (Meinen Koffer konnten wir zum Glück auf der sehr üppigen Fensterbank ausbreiten)

Am Ankunftstag ging es dann nach einem kleinen Nickerchen in die Stadt. Diese ist so voller Kontraste. Glänzende Wolkenkratzer, schmutzige Schluchten. Überall roch es nach Soja in der Stadt. Vollkommen ungewohnt. Aber: die Menschen waren immer höflich und zuvorkommend. Wir haben keinen einzigen Obdachlosen oder Polizist gesehen. Alles verlief geregelt. Kein Graffiti. Nichts…

Jedenfalls stand eine Fahrt mit der Tram auf den Victoria Peak auf dem Programm. Die Tram ist seit 1888 in Betrieb, und fährt einem aus dem Dschungel voller Wolkenkratzer auf den 552m hohen Berg. Oben angekommen (die Endstation liegt in einem Einkaufszentrum) , sind wir dem Geheimtipp eines Marco Polo Reiseführers gefolgt, und nicht auf das Dach des Einkaufszentrums gegangen, sondern außerhalb in eine kleine Seitenstraße. Nach einem ca. 10 minütigen Fußmarsch am Berghang, an üppiger Vegetation entlang, gelangten wir endlich zum Aussichtspunkt. Es war atemberaubend schön, ein unvergesslicher Moment!

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Ausblick vom Victoria Peak

Liebe auf dem ersten Blick

Die nächsten 2,5 Tage ging es dann ins Disneyland. Von unserem Hotel aus waren wir eine gute Stunde unterwegs. Mit der Octopus Card für die öffentlichen Verkehrsmittel der Stadt sehr bequem. Einfach kontaktlos Bezahlen und dank der Karte sogar noch Rabatte bekommen.

Und dann kam der Moment. Das letzte Mal umsteigen. Sunny Bay heißt die letzte Station vor dem Disneyland. Dann fuhr die Disney-Metro vor. Alles voller Mickey Silouetten. Eine nette Stimme sagt einem während der Fahrt, dass wir uns nun von der glitzernden Metropole Hong Kongs in die magische Welt von Disney begeben. Und nach 5 Min Fahrt steht man vor dem großen Eingangsportal. Voller Stolz entstand dann erstmal ein Bild von uns. Woran man sich immer erinnern wird.

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Dieser Moment, wenn du endlich am Ziel bist…

Danach ging es dann flott zu den Kassen. Wir beide haben uns für die 2,5 Tage eine Jahreskarte gekauft. Hört sich blöd an, weil was soll man für so eine kurze Zeit eine Jahreskarte kaufen? Ganz einfach: In HK gibt’s leider nur Tageskarten oder eine 2-Tageskarte. Eine Kombination aus beidem wäre teurer als die Jahreskarte. Zumal man mit dieser noch 10% Rabatt beim Essen und Merch bekommen hat. Gekostet hat die Karte gerade mal 125€. Für 3 Tage Eintritt + Rabatten ging das für uns vollkommen in Ordnung.

Tja und dann ist man endlich drin. Und alles ist so anders als in Paris. Der Eingang, die Main Street, das Schloss… (alles Kopien aus Kalifornien, um Planungskosten zu sparen) Alles kleiner, aber sehr gepflegt. Wie frisch eröffnet. Wir fühlten uns direkt sehr wohl und sehr vertraut. Natürlich durften die „First-Visit-Buttons“ nicht fehlen. Diese bekommt ihr in der City Hall.

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Das Dornröschenschloss 2016

Das kleinste magische Königreich der Welt entdecken

Das 2005 eröffnete HK Disneyland Resort besteht „nur“ aus dem HK Disneyland Park, einem Erholungsort und (mittlerweile) 3 Hotels.

Der Park ist größtenteils wie in Paris aufgebaut. Als erstes ist man automatisch auf der Main Street U.S.A., am Platz vor dem Schloss dann zur linken das Adventureland, hinter dem Schloss das Fantasyland, und zur rechten das Tomorrowland. Vom Adventureland oder Fantasyland gelangt man noch zum Grizzly Gulch, Mystic Point und zum Toy Story Land.

Ein bunter Attraktionsmix sorgt dafür, dass man nicht alles schon aus Paris kennt, sondern auch ein paar Unikate sind im Portfolio. Da wäre z.B. Big Grizzly Mountain Runaway Mine Cars, eine Mischung aus Big Thunder Mountain und Expedition Everest aus dem Animal Kingdom.

Dann das absolute Aushängeschild des Parks: Mystic Manor. Aufgrund der Religion konnte man nicht einfach ein Haunted Mansion in den Park bauen, sondern musste, aus Respekt vor den Toten, die Attraktion gänzlich neu erfinden. Entstanden ist ein Meisterwerk.

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Mystic Manor
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Hier begrüßt euch Woody

Das Toy Story Land ist eine Kopie aus Paris, allerdings mit Eisstand, einem Fotopunkt, Toiletten und einen großen Shop. Der Rest ist einem ziemlich vertraut. Nur die Wartezeiten waren auch irgendwie, anders- 15 Min maximal im gesamten Park. Das ist für einen Disney-Park angenehm wenig.

Weiter geht’s im Fantasyland. Im Vergleich zu Paris gibt’s hier nur eine Themenfahrt: The Many Adventures of Winnie the Pooh. Sehr süß gemacht, fährt man im Honigtopf durch den Hundert-Morgen-Wald. Gegenüber erwartete uns Mickey’s PhilharMagic. Ein 3D-Konzert mit den Disneyfiguren.

Neben den Klassikern wie Mad Hatter Tea Cups, Cinderella Carousel, Dumbo, It’s a Small World (In dieser Version kann man auch die Disneyfiguren entdecken) gibt es noch den Fary Tale Forest – Presented by PANDORA. Erinnert einem ein wenig an Alice’s Curious Labyrinth aus Paris. Hier kann man allerdings Szenen verschiedenster Disneyfilme in Miniaturformat bestaunen, und als Gast durch drehen eines kleinen Rades, etwas magisches Auslösen. Am Ende besteht die Möglichkeit, TinkerBell zu treffen.

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Space Mountain

Als nächstes folgt Tomorrowland. Hier hat sich in der Zwischenzeit einiges getan. Zum Zeitpunkt des Besuches gab es noch Autopia und Buzz Lightyears Astro Blasters. Beides inzwischen leider nicht mehr vorhanden. Auf dem Platz von Autopia entsteht bis 2024 eine große Marvel-Welt, und im Gebäude von Buzz wird heute mit Marvel’s Ant-Man gegen Feinde geschossen. Dafür gibt es natürlich noch Space Mountain. Hier auch wieder eine Kopie aus Kalifornien. Ohne Abschuss, ohne Überschläge. Eine rasante Familienachterbahn durchs Weltall. Neben Orbitron und Stich Live! gab es hier nicht mehr zu sehen.

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Tarzan’s Baumhaus & Jungle River Cruise

Zu guter letzt dann noch das Adventureland. Die Vegetation passte hervorragend. Alles sah sehr natürlich aus, da die Wälder in Hong Kong für uns zumindest schon sehr nach Dschungel aussehen;) Hier erlebt man mit der Jungle River Cruise die wilden Tiere des Dschungels. Oder man kann Tarzan’s Baumhaus, welches hier auf einer Insel gelegen ist, erkunden. Die Flöße zur Insel verkehren alle paar Minuten.

Ich hoffe, dass ich euch einen Einblick ins Hong Kong Disneyland Resort geben konnte.

Solltet ihr einen Trip nach HK planen bzw Fragen dazu haben, schreibt mich gerne an!

Viele Grüße

Euer Rico